Vormundschaft

VORMUNDSCHAFT
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Für unbegleitete minderjährige Geflüchtete ist per Gesetz die Jugendhilfe zuständig (siehe SGB XIII, Kinder- und Jugendhilfe.) Sobald ein jugendlicher Geflüchteter in Hamburg in Obhut genommen wird, unterrichtet der Fachdienst Flüchtlinge das Familiengericht binnen zwei Tagen von der Inobhutnahme.

Das Familiengericht hört den jungen Menschen an und bestellt einen Amtsvormund. Der Fachdienst Flüchtlinge hat die Möglichkeit, einen Privatvormund aus dem sozialen Umfeld oder einem anderen Kontext vorzuschlagen.

Die Vormünder/innen sind zentrale Personen in einem Unterstützungsnetzwerk aus Jugendamt und Jugendhilfeträger. Er/Sie vertritt die Interessen des unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten, auch gegenüber dem Jugendamt. Als Personensorgeberechtigter nimmt er/sie an den Hilfeplangesprächen teil und beantragt die Leistungen für den Jugendlichen. Dazu gehören auch alle laufenden und einmaligen Leistungen zum notwendigen Unterhalt des Kindes oder Jugendlichen (§ 39 SGB VIII).

Einige Aufgaben der Vormünder von unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten:

  • Begleitung des Asylverfahrens
  • Kooperation mit Ämtern und Behörden (z. B. Jugendamt, Ausländerbehörde).
  • Teilnahme am Hilfeplanverfahren in der Jugendhilfe
  • Als Sorgeberechtigte/r sind sie verpflichtet, die gesetzliche Vertretung des Jugendlichen wahrzunehmen (z.B. Einwilligung zur medizinischen Behandlung, Abschließen von Verträgen, Regelung von Geldangelegenheiten)
  • Beteiligung bei der Entwicklung von Zukunftsperspektiven in Bezug auf Schule, Beruf, Wohnen, Aufenthalt
  • Sie haben das Aufenthaltsbestimmungsrecht und sorgen für eine bedarfsgerechte Unterbringung (z.B. Jugendwohnung, Zimmer bei Familien oder in Wohngemeinschaften)